MORE-AERO – Projektstart für mobiles Flugzeugrecycling
Verbund von Partnern treibt den Einstieg in das Flugzeugrecycling für Norddeutschland voran

Die Vertreter der Projektpartner beim Projektstart von MORE-AERO - v.l.n.r.: Prof. Dr.-Ing. Daniel Goldmann (TU Clausthal: Institut für Aufbereitung, Deponietechnik und Geomechanik (IFAD)), Sebastian Jeanvré (KESKE Entsorgung GmbH), Dr. Jürgen Glaser (SAG Süderelbe Projektgesellschaft AG & Co. KG), Marc Keske (KESKE Entsorgung GmbH), Norbert Steinkemper (SAG Süderelbe Projektgesellschaft AG & Co. KG), Christian Duwe (TU Clausthal: Institut für Aufbereitung, Deponietechnik und Geomechanik (IFAD)), Markus Schmermund (Allcox International GmbH).
Hamburg, 22.05.2012: MORE-AERO – Projektstart für mobiles Flugzeugrecycling
Mit dem starken Wachstum und der zunehmenden Erneuerung der Flugzeugflotten weltweit wird ein bisher kaum beachtetes Thema für die Luftfahrtindustrie immer wichtiger: Flugzeugrecycling. Ein norddeutscher Verbund von Partnern nimmt sich diesem Thema nun an. Im Projekt MORE-AERO haben sich die Keske Entsorgung GmbH, das Institut für Aufbereitung, Deponietechnik und Geomechanik (IFAD) der TU Clausthal, die Allcox International GmbH und die Süderelbe AG zusammen getan, um den Einstieg in das Flugzeugrecycling für Norddeutschland voranzutreiben.
Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes ist die Entwicklung einer mobilen Recycling-Einheit, die weltweit ausgemusterte Flugzeuge zerlegen und dem Recyclingprozess zuführen kann.
Gerade das Recycling von Flugzeugen bietet aufgrund der Fülle an verwertbaren, hochwertigen Materialien ein besonderes Potenzial für die Rückgewinnung hochwertiger Sekundärrohstoffe. Die hohe Komplexität und die zahlreichen Verbundwerkstoffe in modernen Flugzeugen stellen jedoch große Herausforderungen an die notwendige Wertschöpfungskette. Daher wurde das Recycling ganzer Flugzeuge - anders als in anderen Branchen - bisher kaum systematisch verfolgt.
Ausgemusterte Flugzeuge werden am Ende ihres Lebens häufig als Ersatzteillieferant auf „Flugzeugfriedhöfen“ oder auch am Rande abgelegener Flugfelder geparkt und ausgeschlachtet. Übrig bleibt in der Regel die Flugzeugstruktur. „Hier möchten wir mit unserem Projekt ansetzen.“ erklärt Marc Keske, Geschäftsführer der Keske Entsorgung, die sich schon seit Jahren mit dem Potenzial der Luftfahrt für den Recyclingbereich auseinander setzt. „Weltweit gibt es hunderte ausgemusterter Flugzeuge, die wertvolle Rohstoffe enthalten. Dieses Potenzial möchten wir mit diesem Projekt heben.“
Der Projektname MORE-AERO - Kurzform für „Modularisierung des Flugzeug-Recyclings durch Entwicklung und Erprobung einer mobilen Recyclingeinheit im Aerospace-Sektor“ ist also Programm: Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer transportablen Einrichtung, mit der die Demontage von Flugzeugen ortsungebunden durchgeführt werden kann. „Damit erproben wir den schrittweisen Einstieg in ein neues Geschäftsfeld Flugzeugrecycling in Norddeutschland“ erklärt Dr. Jürgen Glaser, Prokurist der Süderelbe AG, die sich als Netzwerkunternehmen in Niedersachsen und Hamburg für das Thema engagiert und das Projektmanagement übernommen hat. „Wir sehen im Flugzeugrecycling eine strategische Chance für Norddeutschland. Die Region verfügt über eine gut entwickelte Luftfahrtindustrie ebenso wie über die notwendigen logistischen und standortspezifischen Gegebenheiten, um in Zukunft die gesamte Wertschöpfungskette des Flugzeugrecyclings abzubilden.“
Die Mobile Zerlegeeinheit wird unter der Federführung der Keske Entsorgung GmbH aus Braunschweig entwickelt und erprobt, während die logistische Planung von Einsatz und Transport der Einheit sowie der zu verwertenden Flugzeugteile vom Hamburger Logistikspeziailsten Allcox International übernommen wird. Das stoffliche und damit wirtschaftliche Potenzial, das in diesem Ansatz steckt, wird am Institut für Aufbereitung, Deponietechnik und Geomechanik (IFAD) der TU Clausthal erforscht. „Unser Ziel ist es, Erkenntnisse über die verbauten Stoffqualitäten sowie Wege zu deren optimalen Verwertbarkeit zu gewinnen.“ erklärt Prof. Dr. Daniel Goldmann, der mit seinem Team seit Jahren an der Erschließung der Stoffpotenziale im Industrie-Recycling arbeitet.
Langfristiges Ziel des Projektansatzes ist der Aufbau ganzer Wertschöpfungsketten für Flugzeugrecycling in Deutschland. Hierzu untersucht die Süderelbe AG Chancen für Kooperationen mit weiteren Akteuren aus der Luftfahrt- und Recyclingindustrie. Interessierte Unternehmen können sich bei der Süderelbe AG informieren:
www.suederelbe.de/flugzeugrecycling
Das Projekt wird durch das Programm „KMU-Innovativ“ durch den Projektträger Jülich im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) werden in dem Förderprogramm bei der Entwicklung neuer technologischer Innovationen unterstützt.
Kontakt:
Süderelbe AG
Dr. Jürgen Glaser
Tel: 040-355 103 410
E-Mail: glaser@suederelbe.de
Über die Projektpartner:
Keske Entsorgung GmbH
Die Braunschweiger Keske Entsorgung GmbH bietet eine breite Palette an Dienstleistungen in der Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaft – von der Sammlung über Transport bis hin zur Behandlung und Verwertung von Rohstoffen und Abfällen. Neben der jahrzehntelangen Erfahrungen im Industrierecycling hat Keske Entsorgung bereits erste Erfahrungen im Industrie-Rückbau und Flugzeugrecycling gesammelt.
www.keske.de
Allcox International GmbH
Allcox verfügt über mehrjährige Erfahrung im Bereich der projektbezogenen Bera-tung von logistischen Prozessen. Die Gesellschafter Erol Ceylan und Markus Schmermund arbeiten bereits seit 2008 im Bereich des Flugzeugrecyclings. Basierend auf den vorhandenen Erfahrungen und Erkenntnissen werden alle Fragestellungen bezüglich der logistischen Prozesse durch die Allcox International GmbH bedient.
www.allcox.com
TU Clausthal - Institut für Aufbereitung, Deponietechnik und Geomechanik (IFAD)
Das Institut für Aufbereitung, Deponietechnik und Geomechanik der TU Clausthal forscht seit Jahrzehnten auf dem Gebiet der Aufbereitung von Rohstoffen und dem Recycling von Abfällen. Über besondere Kompetenz verfügt das Institut bei der Entwicklung von Aufbereitungsverfahren komplexer Nichteisenmetall-haltiger Stoffströme. Auf dem Gebiet des Recyclings ist das IFAD in produktionsintegrierten Prozessen sowie im Postconsumer- Bereich insbesondere den Sektoren Altfahrzeuge und Elektroaltgeräte sowie deren Komponenten tätig.
www.ifa.tu-clausthal.de
Süderelbe AG
Die Süderelbe AG ist ein Private-Public-Partnership das aktive Wirtschafts- und Standortentwicklung in der Metropolregion Hamburg vorantreibt. Gemeinsam mit der LNC GmbH aus Hannover betreut sie seit 2008 die niedersächsische Landesinitiative Niedersachsen Aviation. Die Süderelbe AG verfügt über langjährige Erfahrung im Aufbau von Unternehmensnetzwerken und der Kooperationsanbahnung neuer innovativer Projekte zwischen Unternehmen, Institutionen und Wissenschaft. Als Projektträger verschiedener regionaler und überregionaler Projekte verfügt die Süderelbe AG über umfangreiche Projektmanagementerfahrungen.

