Elbe trifft Leine die zweite: Parlamentarischer Abend der südlichen Metropolregion Hamburg in Hannover

Gestern trafen sich rund 200 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung im Landesmuseum Hannover. Es ging um die Themen Mobilität und Erneuerbare Energien. Und es ging um die Wirtschaftskraft der Süderelbe-Region.

„Sie sind eine starke Region mit hoher Wirtschaftskraft auf die wie nicht verzichten können“, ordnet die Vizepräsidentin des niedersächsischen Landtags Petra Emmerich-Kopatsch gleich in ihrer Begrüßung die südliche Metropolregion ein und betont die erfolgreiche landkreisgrenzen übergreifende Arbeit der Süderelbe AG. Zum zweiten Parlamentarischen Abend der Region in Hannover hatten die acht Landkreise, Cuxhaven, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Rotenburg (Wümme), Stade, Uelzen sowie die Stadt Cuxhaven und die Hansestadt Lüneburg gemeinsam mit der Süderelbe AG und dem Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg eingeladen.

Jörn Pietschke, NDR Cuxhaven, nutzt im Anschluss seine Moderatorenrolle für eine lebensnahe Diskussion mit Politik und Wirtschaft. In Bezug auf den dringend erforderlichen Ausbau der A26 sowie der A20 betont Bernd Althusmann, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung des Landes Niedersachsen: „Die hohe Komplexität des Planungs- und Genehmigungsrechts in Deutschland ist schädlich für die Süderelbe-Region“, und ergänzt: „Gemeinsam mit Hamburg sind wir mit Hochdruck dabei, das Projekt A26 hinzubekommen, denn wir brauchen endlich diese Anbindung“. Torsten Sevecke, Staatsrat für Wirtschaft, Verkehr und Innovation Hamburg antwortet auf Pietschkes Frage, warum Hamburg so viele Baustellen habe: „Wir haben so viele Baustellen, weil wir so viel bauen. Und weil wir früher wenig gebaut haben“. 

Beim Thema Erneuerbare Energien stehen die Entwicklungen rund um das Thema Wasserstoff im Fokus der Diskussion. Dirk Lehmann, Geschäftsführer Becker Marine Systems, entwickelt derzeit in einem Gemeinschaftsprojekt einen Wasserstoff-LKW und kündigt den ersten Prototypen für September 2020 an. Seine Forderung an die Politik: „Wir brauchen Lösungen für den Einsatz von Wasserstoff zu akzeptablen Kosten und dafür braucht es Alternativen zur EEG-Umlage“. Minister Althusmann prognostiziert eine sehr große Bedeutung von Wasserstoff für alle Verkehrsträger und hebt neben dem Straßenverkehr auch die Schiene hervor. Gleichzeitig kündigt er an, dass eine Wasserstoffallianz in Norddeutschland Bestandteil der aktuellen Initiative der Norddeutschen Bundesländer ist.

Lorenz Kasch, Geschäftsführer der Metronom eisenbahngesellschaft sieht auch auf der Schiene die Berechtigung von Wasserstoff, fokussiert jedoch einen weiteren Punkt für den er sich politische Unterstützung wünscht und appelliert: „Unsere Infrastruktur ist an ihre Grenzen gekommen. Wir brauchen mehr Gleise“.

Sowohl die Diskussion selbst als auch der folgende umfassende Austausch der Gäste untereinander machen die Aktualität und Bedeutung der Themen Mobilität und Erneuerbare Energien nicht nur für die Süderelbe-Region deutlich. „Die Süderelbe AG als Plattform für den überregionalen Austausch nimmt die damit verbundenen Anforderungen auf und spielt sie weiter in ihre Projekte und Netzwerke,“ ordnet Olaf Krüger, Vorstand der Süderelbe AG, ein und ergänzt: „Auf diese Weise und durch die Kooperation aller Beteiligten muss es uns gelingen, Lösungen zu entwickeln und damit die Wirtschaftskraft der gesamten Region weiterhin sicherzustellen“.

Unterstützt wurde die Veranstaltung von den Sparkassen in der Region, von Airbus sowie der DOW Deutschland Anlagengesellschaft mbH.

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Petra Emmerich-Kopatsch, Vizepräsidentin des niedersächsischen Landtags begrüßte die Gäste
Jörn Pietschke vom NDR Cuxhaven moderierte die Diskussion zwischen Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung (links) und Dr. Torsten Sevecke, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in Hamburg (rechts) zu den Themen Mobilität und Wasserstoff.