FairTruck Initiative

Fairness für Kraftfahrer – damit unser Müsli auch morgen auf dem Tisch steht

Die Initiative FairTruck setzt sich für faire Arbeitsbedingungen und einen wertschätzenden Umgang mit Berufskraftfahrern ein – auch um dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Günter K. fährt diese Woche eine Tour quer durch Deutschland nach Tschechien. Schneeglätte im Raum Dresden sorgt für kilometerlange Staus. Um seine Pausenzeiten einhalten zu können fährt er den nächsten Rastplatz an. Fehlanzeige – besetzt. Eine Lieferung der Ware im angedachten Zeitfenster wird unmöglich. Der Unmut des Kunden ist vorprogrammiert.

Ungünstige Arbeitszeiten, zunehmender Termindruck, geringe Wertschätzung in der Öffentlichkeit – damit sind Berufskraftfahrer täglich konfrontiert. Diese schwierigen Arbeitsbedingungen sorgen für niedrige Bewerberzahlen, hohe Abbrecherquoten bei Ausbildung und Umschulung, sowie für eine starke Fluktuation des Personals in den Betrieben. Angesichts dieser Entwicklung droht Deutschland laut Dekra eine Lücke von mindestens 150.000 fehlenden Fahrern bis zum Jahr 2022. Das Gegenmittel: die Initiative FairTruck.

FairTruck ist ein Siegel für Unternehmen. Es basiert auf dem FairTruck-Codex. Die Initiative hat das Ziel, den Berufsstand des Kraftfahrers aufzuwerten und für verbesserte Arbeitsbedingungen zu sorgen. Zum 01. Januar 2020 wird FairTruck als operativ eigenständige Gesellschaft FAIR TRUCK GmbH an den Start gehen und damit die Sichtbarkeit und Vermarktung der Initiative bundesweit noch verstärken. FairTruck ist die erste und einzige Gesellschaft in Deutschland, die sich für einen fairen Umgang mit Fahrerinnen und Fahrern einsetzt.

Auch die Süderelbe-Region, in der zahlreiche Arbeitsplätze im Logistikbereich angesiedelt sind, leidet zunehmend unter dem Fachkräftemangel. Das Projekt YOJO der Süderelbe AG beschäftigt sich mit diesem Thema und unterstützt Unternehmen bei der Ansprache von Fachkräften.

„Wir geben Unternehmen Impulse, wie sie sich als attraktive Arbeitgeber aufstellen können und sprechen Fachkräfte über Social Media-Kanäle an. Über diesen Weg konnte beispielsweise ein Transportunternehmen aus dem Landkreis Stade über unsere Aktivitäten bei Facebook einen Berufskraftfahrer einstellen“, erläutert Fachkräftemarketing-Projektmanagerin Marie-Luise Krüger und ergänzt, dass der Fachkräftemangel im Bereich der Berufskraftfahrer auch in der Süderelbe-Region sichtbar fortschreitet.