Mehr Schiene, weniger Straße – neue Mobilität braucht das Land!

Zu viele Pendler in überfüllten Zügen und zu viele PKW auf den Straßen - die Süderelbe-Region steht vor großen Herausforderungen im Bereich des Mobilitätsmanagements. Das ist ein nicht ganz überraschendes Ergebnis des vorweihnachtlichen Aktionärsfrühstücks der Süderelbe AG im Bahnhof Winsen/Luhe.

Dr. Lorenz Kasch, Geschäftsführer der Metronom Eisenbahngesellschaft mbH, sieht die drei größten Herausforderungen der Süderelbe-Region in den Themen Lebensqualität, Umwelt und Wirtschaftswachstum. Hans-Georg Preuß, Geschäftsführer der Stadtwerke Winsen/Luhe, formuliert einen derzeitigen Umbruch: Immer mehr junge Menschen wollen kein eigenes Auto mehr, wir befinden uns in einer Zeit des Technologiewandels und dafür braucht es Anschub. Beide Referenten präsentierten Ihre Ideen, Projekte und Forderungen auf dem zweiten Aktionärsfrühstück 2019 der Süderelbe AG am 9. Dezember im Bahnhof Winsen/Luhe. Das Thema: Mobilität auf Straße und Schiene.

Kasch führt aus, dass unter den derzeitigen Bedingungen eine Verdopplung der Fahrgastzahlen bis 2030 erwartet wird. Die Infrastruktur ist jedoch voll belegt, der Einsatz weiterer Züge dadurch nicht machbar. Die Brücken über die Elbe sind marode und müssen teilweise ersetzt werden. Das führt bereits heute zu regelmäßigen Verspätungen. Eine funktionierende Infrastruktur ist jedoch der Kern für mehr Leistung. Daher fordert Kasch dazu auf, beispielsweise im Rahmen einer konzertierten Aktion der Landkreise politischen Druck aufzubauen. „Einerseits müssen die großen Projekte jetzt angeschoben werden. Zum zweiten braucht es intelligente Nachbesserungen in das Gleisnetz und auf den Bahnhöfen, um die Voraussetzungen für höhere Beförderungszahlen schaffen.Preuß hält es für wichtig den Menschen ganz individuelle Mobilitätsangebote zu machen die auch Spaß bringen und präsentiert einen lokalen Ansatz. Im Rahmen seiner Elektro-Offensive können Mitarbeiter der Stadtwerke, der Stadt Winsen und des Landkreises künftig nach Feierabend und am Wochenende die zehn E-Mobile der Stadtwerke für den privaten Gebrauch mieten. Preuß hat mit Winsen2go eine Internetplattform geschaffen, über die die Fahrzeuge gebucht und abgerechnet werden können. „Wir haben zunächst das Ziel, dass die Menschen auf das zweite Auto verzichten.

Einig sind sich die Experten darin, dass die beste Mobilität die ist, die erst gar nicht entsteht. Mittelfristig brauchen wir eine neue Mobilitätskultur. Beispielsweise muss vielleicht nicht jeden Tag jeder ins Büro kommen. Allein dadurch werden Verkehrsströme reduziert“, resümiert Preuß.